
Wir sagens nicht. Ehrlich. Warum? Weil Sie dann sofort versuchen, alle restlichen Flaschen, die es noch gibt von den knapp 150 abgefüllten aufzukaufen. Der Preis wird steigen und uns bleibt nur mehr die Erinnerung an einen der besten Malts, der je von dem selbsternannten führenden Malt Whisky Spezialisten der Welt mit Wurzeln in Elgin abgefüllt wurde. Dann wäre es auch keine private Sammlung mehr.

Wie ist er nun, dieser große Whisky, dieser König der bernsteinfarbenen Nektare? Wir sagens nicht. Sicher nicht. Jetzt wo Sie fragen, eigentlich ist der gar nicht so gut. Alles nur Übertreibung. Alles nur aufgeblasene und künstlich erzeugte Nachfrage. Sie kennen doch Leute wie uns. Für Leute wie uns ist jeder Whisky ein Traum, jeder Whisky ist heilig und jeder gut. So müssen Sie sich jetzt keine Sorgen mehr machen, dass Sie etwas versäumen, wenn wir Ihnen den Whisky nicht verraten. Was wir auch ganz sicher nicht machen werden.

Malen Sie sich würzig-orangige Perfektion aus, während Sie in einer weichen Rumblase sitzen und über Haine voller Zwetschken- und Marillenbäume schweben. Sie haben fast schon vergessen, was mit den Wildgänsen geschah. Oder waren es Enten? Sicher, es war ein Massaker, aber mein Gott, Eroberer bekommen eben, was sie verdienen. Ah, die vanillige Knackigkeit, die exotische Süße von Früchten mit komplizierten Namen, die in unseren Breiten nicht wachsen. Ah, der Sherry und die wuchtige Kraft und die Wärme von in Würde gealtertem Holz. Da haben Sie es. Ein toller Whisky, den Sie nie besitzen werden. Daher ist es auch ziemlich egal, ob Sie wissen, dass er destilliert wurde nur acht Tage nachdem Saddam Hussein zum stellvertretenden Generalsekretär des revolutionären Kommandorates gemacht wurde. Was würden Sie auch mit dieser Information anfangen?
Also bitte. Nochmals Entschuldigung für diesen Artikel. Manche Dinge kann eben nicht jeder wissen. Wir hoffen Sie sind uns nicht böse. Wir haben Sie lieb. Schönen Tag noch.
04. August, 2007