Wenn Sie große Erwartungen hatten, dass dieser Abschnitt eine Abhandlung enthält über das, was Whisky ist, wie er gemacht wird und welche Destillerien es gibt, sollten Sie vielleicht weniger Dickens lesen. Es gibt hunderte Webseiten da draußen, die all das viel besser erklären, als wir es jemals könnten. Warum also das Rad neu erfinden?
Unsere Webseite ist für all jene gedacht, die diese Dinge schon wissen, jedoch gerne neue Horizonte in Form von (bisher) unbekanntem Whisky finden und Ihr Wissen darüber mit uns und anderen teilen möchten.
Alles, was wir auf dieser Webseite schreiben ist gänzlich subjektiv und entspringt persönlichen Meinungen und Vorlieben. Es gibt kein einheitliches Geschmacks- oder Geruchsempfinden, keine absoluten Wahrheiten, keine Expertenbewertungen und keine objektiven Analysen von Whisky, weder auf dieser Seite noch sonst wo. Es mag sein, dass wir uns erlauben, die Menschen durch den Kakao zu ziehen, die meinen, Whisky bräuchte ein Kamille- oder Jojobafinish, doch respektieren wir zur gleichen Zeit deren Meinung und Geschmack. Wir behalten uns nur das Recht vor, unsere Gedanken dazu unfiltriert zu ventilieren.
Was zählt ist vor allem eins: mögen Sie das, was Sie in Ihren Glas haben oder nicht? Und nur indem wir akzeptieren, dass jeder diese Frage anders beantwortet, dass wir alle unterschiedliche Geschmäcker und Vorlieben haben, kommt Respekt auf für Single Malt Whisky. Der wiederum führt zu Völkerverständigung, Eierkuchen und vielen Runden in Ihrer Lieblings-Whiskybar.
Über das Tasten
Nein, wir sprechen nicht von Liebesspielen mit verbundenen Augen. Wir erlauben uns, das englische Wort taste einzudeutschen, weil es im Allgemeinen für den Vorgang des Whiskykostens und Whiskytestens verwendet wird.
Warum schicken wir uns also an - nach dem was wir im Abschnitt „Whisky“ gesagt haben - subjektive Meinungen zu Whisky, den wir getastet haben, kundzutun? Keine Sorge, wir halten uns nicht für bessere Noser (Naserer wirkt einfach zu volkstümlich) als andere, wir haben keine vorgegebene Mission, gewisse Abfüllungen zu bewerben und wir verfallen in keinen Genussrausch, wenn wir langmächtige Geschichten über Malts schreiben. Aber eine Mission haben wir schon: von anderen zu lernen und – wegen der großen Vielfalt des angebotenen Stoffs – anderen zu helfen indem wir mitteilen, was wir gelernt und getastet haben. Austausch und Wachstum. Die Basis unserer Wirtschaft.
Ans Werk: nehmen Sie jetzt ein Whiskyglas (wenn Sie schon eines vor sich haben, füllen Sie es noch mal an). Riechen Sie den Whisky. Alles, was Sie riechen, der Gesamteindruck bis zu den feinen Nuancen, die Wahrnehmung all dessen hängt von dem ab, was in die Flasche gefüllt würde, natürlich, aber es hängt vor allem von einem Faktor ab: von Ihnen.
Whisky ist ein Spiegel Ihrer selbst. Und Sie sollten sich fragen: was hatten Sie zum Frühstück, haben Sie sich die Zähne geputzt, haben Sie Knoblauch gegessen, hatten Sie Sex mit jemandem, der Knoblauch gegessen hat, haben Sie geraucht, haben andere Leute geraucht, während Sie ihr Knoblauchbrot gegessen haben, waren Sie vor kurzem verkühlt, fühlen Sie sich gut, ist es kalt draußen, tragen Sie Parfum? Die Liste geht weiter. Jedes kleine Detail bestimmt den Gesamteindruck. Natürlich kann hier von Objektivität nicht mehr die Rede sein. Das ist extrem, mögen Sie sagen. Wir möchten Sie gerne dazu überreden, es einmal selbst auszuprobieren. Wenn Sie Raucher sind, sollten Sie einige Tage warten, bis Ihre sensorischen Rezeptoren wieder den Reset geschafft haben.
Wenn wir tasten, dann tun wir das alleine, immer nur einen Whisky pro Tag bei offenem Fenster und am bestem am Vormittag. Kein Rauch, kein scharfes Essen, keine feurigen Drinks. Wir verwenden immer dieselben handgewaschenen Gläser. Wir tasten jeden Whisky unter diesen Bedingungen und hoffen, damit ein kleines Maß an Vergleichbarkeit erzielen zu können. Trotzdem fürchten wir jeden Tag, dass ein verkühlter und Knoblauch kauender Kettenraucher auf dem Weg zum Zahnarzt an unserem Fenster vorbeigeht.
Über Bewertungen
Wenn Sie die Abschnitte “Über Whisky” und “Über das Tasten” gelesen haben, stellt sich die begründete Frage, wie man Whisky denn überhaupt bewerten kann? Jeder Tag ist anders. Jeder Whisky ist an jedem Tag anders, genauso wie Sie, abhängig vom Füllstand der Flasche, vom Zeitraum, den die Flasche schon geöffnet ist und von den Bedingungen bei der Öffnung der Flasche. Darum ergibt sich jeden Tag ein anderes Resultat. Wenn man das zu der Unmenge an ähnlichen und sehr ähnlichen Malts addiert, dann wird jede vergebene Note einzigartig, eine Momentaufnahme, die augenblickliche Stimmungen widerspiegelt statt den Whisky in seiner Komplexität darzustellen.
Auch hier fordern wir zum Selbstversuch auf (do try this at home!): Nehmen Sie zehn Flaschen von etwa gleich altem Speyside Whisky von unterschiedlichen Erzeugern. Verhüllen Sie die Flaschen. Tasten und bewerten Sie jede Flasche mit Noten von 1 bis 100 Punkten. Wiederholen Sie diesen Test am nächsten Tag. Wenn Sie es schaffen, alle 10 Flasche genau so zu bewerten, wie am Tag davor (und jedem Whisky 95 Punkte zu geben zählt nicht), dann kontaktieren Sie uns bitte und übernehmen Sie unseren Laden.
Über Wasser
Bitteschön, OK, geben Sie ruhig Wasser hinzu. In Tropfen oder Kannen. Das macht uns gar nichts aus.
Wir geben kein Wasser in unseren Whisky. Es gibt Leute die sagen, das würde versteckte Aromen freisetzen. Im Geiste des Obigen: ja, sicher. Sesam, öffne Dich!
(Einmal haben wir Cola, Zitronensaft und einen Schuss Angostura in unseren Whisky gegeben. Sapperlot, das hat Aromen freigesetzt. Es roch nach Cola, Zitrone und Angostura.)
Über Uns
Wir sind J und O. Wir teilen die Liebe zum Whisky und die Leidenschaft für all die Dinge, die gut sind und schmecken. Jeder von uns hat seinen eigenen, persönlichen Bezug zu Whisky. Wie man sich vorstellen kann, beinhalten unsere beiden Geschichten Kopfweh, Aufwachen in fremden Betten und feuchtfröhliche Nächte der beginnenden Kultivierung des Whiskytrinkens im Nichtschwimmerbecken des großen Malt Swimming Pools. Effekttrinker quasi.
Während einer jugendlichen Zecherei öffnete J versehentlich eine Flasche eines sehr alten und sehr seltenen Whiskys. Fragen Sie ihn ruhig persönlich danach. Und wenn Sie ihn wirklich treffen wollen fragen Sie ihn, was die Flasche wohl heute wert wäre. Immer ein Spaß!
Über Sie
Wenn Sie meinen, dass “Sie” in oben Genanntem ausgenommen sind, ist vielleicht Eierlikör besser geeignet für Ihr Trinkvergnügen. Wie schon festgestellt, ist Whisky ein Spiegel Ihrer selbst. Das heißt, der Weg zum perfekten Whisky führt darüber, dass Sie selbst glücklich und zufrieden sind. Und wie könnte man das besser erreichen als mit einem Dram Ihres Lieblingswhiskys? Vielleicht können Ihnen diese Seiten dabei helfen, ihn auch zu finden.