
Im vierten Teil unseres Berichtes über die spannende MongolRally dürfen wir Ihnen ein Interview mit Jakob Friess und Herwig Marx präsentieren, das wir im Juni 2007 - ca. einen Monat vor ihrem Start in die Mongolei – durchführen konnten. Diese Reise für die Wohltätigkeit wird den vor Ort helfenden Organisation wieder neue Möglichkeiten und den Menschen neue Hoffnung geben. Sollten Sie ihre Hilfe in Form einer Spende anbieten wollen, klicken Sie bitte
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Interview mit Jakob Friess und Herwig Marx:
SC.: Hallo Jakob, servus Herwig, wie geht es euch jetzt, ca. einen Monat vor eurem Start? Schon ein wenig aufgeregt?
Jakob / Herwig: Die Aufregung wird schön langsam immer mehr von Vorfreude überlagert, wir sind ja schon sehr gespannt auf die zu bereisenden Länder im Osten, trotzdem haben wir eine ganze Liste von zu erledigenden Sachen abzuarbeiten, vom internationalen Führerschein angefangen bis zum (hoffentlich nicht nötigen) Bergegurt, um unseren Suzuki auch wieder aus einem Schlammloch rausziehen zu können.
SC.: Ist das eure erste Unternehmung dieser Art oder wart ihr schon mal länger unterwegs?
Jakob / Herwig: Auf jeden Fall ist die Mongolrally für uns die erste gemeinsame Unternehmung dieser Art, was die Länder und die großen Entfernungen betrifft. Dennoch haben wir bereits so Einiges gemeinsam unternommen, vorwiegend Segeltörns in Griechenland und Kroatien. Unabhängig voneinander waren wir aber schon viel zwischen Marokko, Norwegen, Portugal und Italien unterwegs - Jakob vorwiegend mit VW Bus, Herwig mit Citroëns.
SC.: Euer Suzuki ist ja ein grundsolides Auto mit Allradantrieb und recht übersichtlicher Technik. Außerdem habt ihr ja so ziemlich alles ausgetauscht oder komplett saniert. Nehmt ihr auch viele Ersatzteile mit?
Jakob / Herwig: Ja logisch, wir haben im Gepäck eine zweite Lichtmaschine, alle Teile der Zündung, Gas- und Kupplungsseil, eine Reserve-Blattfeder, Kühler, Wasserpumpe und Keilriemen. Außerdem genug Gopher-Klebeband und festen Draht, damit kann man schon mal die meisten Schäden beheben!
SC.: Was haltet ihr denn von den Wägen der internationalen Mitstreiter bei dieser Rally?
Jakob / Herwig: Es sind ja zum Teil die lustigsten Vehikel am Start, von unscheinbaren VW-Polos über Ford Fiestas bis hin zu hierzulande völlig unbekannten Oldtimern, auch Dreiräder, sowie Citroens 2CVs und kleine Fiats. Allen gemeinsam ist die Vorschrift der Veranstalter, dass der Motor weniger als 1 Liter Hubraum haben MUSS! Somit schränkt sich die Auswahl schon auf ein Minimum ein, dadurch werden eine (unfinanzierbare) Materialschlacht und große komfortable Geländewagen ausgeschlossen. Wir hatten als Kriterium Allradantrieb und ein ausreichend großes Auto, in dem man auch zur Not schlafen kann. Ob wir dann tatsächlich friedlich schlummern, wird die Realität zeigen!
SC.: Ein wichtiger Punkt bei so einer Wohltätigkeitsveranstaltung sind natürlich die Sponsoren. Trotzdem habt ihr viel aus privater Tasche finanziert und müsst dies ja auch weiterhin tun, denn euer Wagen bleibt ja unentgeltlich in der Mongolei, oder?
Jakob / Herwig: Viele Unternehmen waren uns bei der Ersatzteilbeschaffung eine große Hilfe und haben einen wesentlichen Beitrag geleistet, dass unser Suzuki jetzt technisch einwandfrei dasteht. Ein großes Dankeschön! Hoffentlich bringt uns der Suzuki nicht nur unbeschadet in die Mongolei, sondern erzielt auch gerade durch unser technisches ‚refit’ bei der an die Rallye anschließenden Versteigerung der Fahrzeuge einen hohen Preis. Dieser kommt dann verschiedenen - in der Mongolei tätigen - Hilfsorganisationen zu Gute.
SC.: Es soll ja auch noch ein zweites österreichisches Team geben, seid ihr in Kontakt?
Jakob / Herwig: Reinhard vom Team ‚Vienna Calling’ trafen wir bereits in Wien und tauschen eine Menge - die Vorbereitungen betreffenden - Informationen aus. Voraussichtlich fahren wir dieselbe Route quer durch Russland, dadurch werden sich sicher einige Synergieeffekte ergeben. Zwei Autos im selben Gebiet erhöhen auch die Sicherheit beträchtlich.
SC.: Niemand kann heute zu 100% die absolute Sicherheit auf dieser Reise garantieren – was sagen denn eure Familien dazu?
Jakob / Herwig: Unsere Familien unterstützten uns von Anfang an sehr bei diesem Unternehmen, haben teilweise vor 30 Jahren schon ähnliche Expeditionen unternommen und sind schon sehr gespannt auf Filme und Fotos von unserem Abenteuer.
SC.: Wird jemand in die Mongolei reisen um euch abzuholen?
Jakob / Herwig: Unsere Freundinnen sind voll bei der Sache dabei und werden auch in die Mongolei reisen, um dort Pferdetrekking bzw. Mehrtagestouren mit Geländewagen, eventuell auch bis in die Wüste Gobi, zu unternehmen. Die Heimreise nach Österreich werden wir dann gemeinsam antreten.
SC.: Gab oder gibt es Bedenken, die ganze Sache doch lieber sein zu lassen?
Jakob / Herwig: Klar gibt es Gründe, die Sache abblasen zu müssen, entweder durch Kriegsereignisse irgendwo auf der Strecke oder persönliche familiäre Umstände, die absolut dagegen sprechen. Aber im Moment sind wir zuversichtlich, am 23. Juli in Prag starten zu können!
SC.: Abschließend noch alles Gute und sichere Heimkehr! Silas Corp. wird weiterhin über euch und eure Fahrt berichten!
Jakob / Herwig: Vielen Dank für die Unterstützung und die Berichterstattung!
25. Juni, 2007