Besuch bei den Destillen:
Bowmore:
Bei Bowmore gab es als Festival Abfüllung einen 7-jährigen (2000-2007) aus dem Sherryfass, 57,1% und etwas eigenwillig. Hier eine kleine Geruchs- und Geschmacksgeschichte dazu:
Du kommst aus einem dunklen und modrigen Keller, der gerade chemisch gereinigt wurde. Während du dich fragst, was du dort eigentlich gemacht hast, hältst du schon das Sonnenlicht nicht mehr aus. Schnell gehst du - am Schuhgeschäft vorbei - so schnell wie möglich in diesen kleinen Tabakladen, wo der Geruch von Zedernholz gnadenlos gefolgt wird vom Duft frischer Zigarren. Der Inhaber schenkt dir schnell einen im Fass gelagerten Grappa mit schöner Farbe ein. Am Rückweg spazierst du vorbei an diesem Torffeld, wobei dir - deutlich wahrnehmbar - der Duft irgendeines Krautes in die Nase steigt. Kurz vor Deinem Hotel schlürfst du in einer Kneipe noch schnell die Crema eines guten Espresso weg und stopfst dir warme Marshmallows hinein. Die Wirtin kommt aus Salzburg und spendiert dir als Draufgabe eine Portion Salzburger Nockerln. Da du jedoch den Nachgeschmack von warmem, geschlagenem Hühnereiweiß nicht magst, erinnerst du dich an die süßen (und jedenfalls chemisch hergestellten) Gummi-Erdbeeren in deiner Tasche, die du eigentlich für deine Kinder gekauft hast – was soll’s, dein Leben ist komplex und manchmal absurd.

Ach ja, auch den 12-jährigen und den 18-jährigen Bowmore haben wir uns wieder einmal vorgenommen, wobei für mich nur der 12-jährige Bowmore ‚trinkbar’ ist. Mir fallen auch keine weiteren Kommentare dazu ein.
16. Juni, 2007