
Die Sehnsucht war bereits unerträglich. Kennen Sie das Gefühl, zu Hause zu sitzen und trotzdem Heimweh zu haben?
Bereits im Jänner hatte ich alle Reservierungen für diese Reise getätigt. Mein Bruder Robert würde nach Schottland mitfahren - nach langer Zeit unser erster gemeinsamer Urlaub. Die Freude war also riesig, als wir am 24. Mai 2007 endlich das Flugzeug besteigen konnten. Nach einer durchgemachten Nacht in London ging es am Freitag (25. Mai 2007) in der Früh weiter nach Edinburgh, dort stand der Mietwagen bereit und im Hotel „The Howard“ im Zentrum wartete der hauseigene Butler (kein Schmäh oder Witz), um uns jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Nach dem Willkommens - Tee und einem guten Dram Whisky zählten nach ca. 31 Stunden ohne Schlaf nur noch zwei Dinge: Dusche und Bett.

Am Nachmittag und Abend hielt Edinburgh wie auf Abruf seinen ganzen Zauber bereit. Der Bummel durch diese Stadt ist immer etwas Besonderes und jedes Mal entdeckt man etwas Neues. Trotz teilweiser Bewölkung war es überraschend warm, alle Pubs hatten geöffnet und auch kulinarisch hatten wir ausgesprochenes Glück. So konnten wir am Abend gestärkt - jedoch immer noch hundemüde - ins Bett fallen.
Ausgeruht und nach dem feinsten ‚Full Scottish Breakfast’ (scrambled eggs, sausage, scottish bacon, mushrooms, baked beans, black pudding und toast) das in Edinburgh zu bekommen ist, traten wir am 26. Mai 2007 die Fahrt nach Islay an. Auf Glasgow und Inveraray folgte Tarbert, wo wir unsere deutschen Freunde – allen voran Volker Körner – trafen. Danach ging es weiter zum Anlegeplatz der Fähre – Kennacraig. Dort erwarteten uns bereits die vergnügten Belgier der LWS – Luc Timmermans, Geert Bero und Jan Broekmans.

Die Überfahrt mit der Autofähre nach Port Ellen auf der Isle of Islay ist der eigentliche Beginn der Ruhe. Islaytime ist ein Wort, das für den Ablauf dort entscheidend ist. Nichts muss mehr hektisch, schnell oder stressig sein, alle Ergebnisse ergeben sich. So oder so. Schließlich befinden sich zwischen jedem Ufer dieser Insel und dem Rest der Welt mindestens zwei Stunden Wasser. Egal, wie schnell Sie von einem Ende zum anderen rasen, immer bestimmt eine gewöhnliche Autofähre Ihre Zeit. Islayzeit.
Entsprechend diesem positiven Umstand schlingerten wir in schafsähnlichem Tempo von Port Ellen zu unserer Unterkunft – der Lagavulin Hall. Diese alte Kirche wurde in ein Wohnhaus mit unvergleichlichem Flair umgewandelt. Geert Bero von den Belgiern hatte mir bereits vor einigen Monaten angeboten, gemeinsam mit Ihnen diese besondere Woche dort zu verbringen. Womit ich nicht gerechnet hatte: die Belgier hatten mehr Whisky im Gepäck als alle Destillen auf Islay gemeinsam in ihren Lagerhäusern haben…
In weiteren Teilen dieser Reisebeschreibung werden wir Ihnen unsere Eindrücke vom Islay Festival näher bringen. Auch warten noch die unvergesslichen Bilder vom ‚Lindores Flaming Lobster Evening’ auf Sie, sowie einige Erlebnisse in den Highlands. Also schauen Sie wieder vorbei!
09. Juni, 2007