
Die alljährliche Pilgerstätte zur Whiskyvielfältigkeit ist für uns allemal Limburg. Aufgrund des dort Gebotenen müsste Limburg eigentlich geografisch ca. zehn Bootsminuten südlich von Islay liegen. Maximal. Wie auch auf Islay werden zum Event hin die Zimmer knapp. Wie auf Islay bestaunen die Einheimischen das bunte Treiben unter dem Motto: „Bei uns hätt’s des nicht geb’n! Aber lass die nur mach’n, wenn’s Geld bringt!“ Auf Gälisch kann das sogar recht ähnlich klingen. Nun, trotzdem bleiben wir dabei, das Mekka für den konsumierenden Whiskyfan ist Limburg. Nahezu alles, was er sonst niemals im Leben ins Glas bekommen würde, steht dort offen rum. Einfach so. Weil’s wurscht is. Offen ist offen, g’soffen ist g’soffen. Basta.

Das kleine Städtchen mit seinen vielleicht 30.000 Einwohnern zeigt sich ja auch von seiner besten Seite. Vom Hotel (in unserem Fall immer der
Nassauer Hof an der alten Lahnbrücke) sind es vorbei an zuckersüßen Fachwerkshäuser gerade mal ein paar Gehminuten zur Messehalle. Fast alle Lokale, Cafes und Restaurants auf dem Wege haben ausgezeichnete Qualität zu bieten, wobei uns das Wirtshaus Obermühle mit seinen Speisen und das Runde Eck fürs Bier nach Mitternacht besonders beeindruckt haben. Aber auch Georgs Bar/Restaurant direkt in der Messehalle ist ein Tipp, wenn man nicht mehr weit gehen will/kann.

Auf der Messe selber war es am Samstag sehr schwierig, vor lauter Menschen die Flaschen zu sehen – oder umgekehrt, je nach Sichtweise. Also galt es, Freunde zu treffen, diverse und schon lange vorher vereinbarte Whisky-Deals abzuschließen und einfach Spaß zu haben. Happy Dramming, quasi. An jenem Abend war außerdem noch diese Whisky orientierte Niederkunft in einer Hotelhalle vorgesehen, unter dem Motto „Jeder bringt was Gescheites in flüssiger Form mit und dann wird alles geöffnet und man schaut mal.“ Das Ergebnis? Na ja, greiser Glenfarclas und alter Tamnavulin treffen weiteren rüstigen Glenfarclas und besuchen zusammen einen Aberlour an der Senilitätsgrenze. Ein Haufen weiser alter Männer. Ein wunderbares Seniorentreffen eben.

Weil vorher schon die Rede war vom Runden Eck, die Fotos mit Kerzenscheinromantik sind genau von dort. Ein perfekter Ort, um nach anstrengendem Messetag noch den einen oder anderen Schlaftrunk zu nehmen. Unterschiedlichste Leute trifft man auch dort und das meinen wir so wie wir es sagen. In weiteren Berichten über Limburg werden wir über zwei ausgewählte Tastings vom Sonntag berichten (Regensburger und Lindores), sowie vom Montag nach der Messe, den wir höchst entspannt mit Lothar Langer und Gattin in einem Ort Namens Idstein verbrachten.
28. April, 2007