Freitag, 26. Jänner 2007
Serie MARCHESI SPINOLA, Collection Nº 1, Sestante-Import

Lothar Langer war mittags am Flughafen Wien-Schwechat gelandet, einige Stunden später kam dann auch der Flieger von Peter Schier, seines Zeichens Protagonist des Regensburger Whisky-Clubs. Alles war bestens vorbereitet, die Marchesi Spinola Abfüllungen waren bereits vor 2 Monaten von Lothar nach Wien gebracht worden, um sich in Ruhe auf den großen Tag einstellen zu können. Am Abend war die Wiener Whisky Szene dann fast vollständig vertreten, bei uns ist ja alles noch schön überschaubar.

Die Qualität konnte – wie immer bei Abfüllungen, die von Lothar kommen – als perfekt abgehandelt werden. Sowohl alle Flaschen, Ettiketten, Boxen und der originale 6-er Karton als auch der Inhalt der Raritäten waren in bestem Zustand. Folgend dürfen wir eine kurze Übersicht geben, was uns da so in dieser Nacht die Sinne verdreht hat, doch lesen Sie selbst.
GLEN GORDON - G&M, 1974/1990, 15y, 40,0%, 0.75 l
Farbe:
hell
Nase:
Brotgewürz (Anis, Kardamon, also etwas ‚old bottle flavour’), später unglaublich frische Äpfel, künstlicher Bühnennebel, Ginger Ale, die Gerüche werden rasch flacher
Geschmack:
Früchte und Blüten wechseln sich ab, leichter Geruch von Edelholz (Zeder?), Honig
Abgang:
kurz, angenehm fruchtig
GLENLOSSIE - G&M, 1973/1990, 17y, 40,0%, 0.75 l
Farbe:
mittel
Nase:
Liebstöckl, Rindsuppe, Zimt, weißer Pfeffer, fleischig, Wacholderbeeren, Pfeifentabak,
Lakritze, Orange, schwarzer Tee (Earl Grey, daher auch etwas Bergamotte)
Geschmack:
Kakao, Bitterschokolade edelherb, leicht grasig
Abgang:
mittellang, leicht edelherb, angenehm
PORT ELLEN - G&M, 1974/1990, 15y, 40,0%, 0.75 l
Farbe:
hell
Nase:
zuerst Jod, dann frisches Leder, etwas Torf, nasser Verputz, Selchkammer
Geschmack:
Rauch, etwas Torf, recht grasige Frische, Marshmallows, Tonerde, etwas bitter, Zedernholz
Abgang:
mittel - lang
TOMATIN - G&M, 1968/1990, 21y, 40,0%, 0.75 l
Farbe:
hell
Nase:
Gewürznelken, Biscuit, Kekse, Vanille, Rum, Eierlikör, Almdudler Limonade
Geschmack:
Früchte (Ananas, Sternfrucht), Paprika, Tomaten, Cabernet Sauvignon
Abgang:
mittellang
MILTON DUFF - G&M, 1966/1990, 23y, 61,4%, 0.75 l
Farbe:
dunkel
Nase:
Rumtopf, Lebkuchen, Kirschen, Bratensaft, Dörrzwetschken, Schokolade, Mon Chéri
Geschmack:
Mon Chéri, Zwetschken, Rum, Tabasco, Chili, Gewürze
Abgang:
lang, perfekt harmonisch
LONGMORN - G&M, 1971/1990, 18y, 58,1%, 0.75 l
Farbe:
dunkel
Nase:
Kalbsfond, Vanille, Brandy, Bananenschale, Kaffee, Schokolade
Geschmack:
das muss jeder einmal selbst erleben, die Vielfalt der Eindrücke ist so gewaltig, dass man alle 5 Minuten etwas neues finden kann…
Abgang:
laang, perfekt, tief, stark, dick, fett, V8-Chevy
Surprise – Dram: Tamifroyg, enthält Whiskies von den 1960-ern bis heute, 50cl., ca. 49%
Für diese Abfüllung des Regensburger Whisky-Clubs wurde Whisky verschiedenen Alters von einer Destillery in einem kleinen Port - Fass vermengt, veredelt und gelagert. Entstanden ist eine kleine Serie von 26 Flaschen zu je 50cl.

Was soll man sagen, das Buffet von unseren Freunden Martin und Christine Riemel wurde an diesem Abend drei Mal wieder mit den besten Bio - Schmankerln aufgefüllt. Durch die gewählte Reihung der verkosteten Destillate war nach dem an dritter Stelle gesetzten Port Ellen der ideale Zeitpunkt für die vorgesehene Stärkung gekommen. Danach war der Gaumen wieder bereit für die nun folgenden Geschmacksexplosionen. Beinahe unerreicht war hierbei die faszinierende Komplexität des in Fassstärke abgefüllten Milton Duff. Zum absoluten Sieger des Abends wurde jedoch einstimmig der noch tiefere und vielschichtigere Longmorn (ebenso Fassstärke) gewählt. Selten zuvor hatten wir das Vergnügen, eine derart reichhaltige und vielfältige Fülle an verschiedenen Geschmackskomponenten erleben zu dürfen.
In traditioneller Weiterführung des Rituals durfte nach dem letzten Whisky der Verkostung – dem erfrischenden Regensburger Projekt mit Namen ‚Tamyfroyg’ – nun der noch gemütlichere Teil des Abends folgen: das gesellige Rauchen der einen oder anderen Zigarre bester Qualität. Dazu wurden von J noch Kostproben seiner Bestände gereicht, sodass die letzten Gäste Silas Club erst um ca. 5 Uhr Früh verließen. Thomas Schober (
www.cigars.at) hat die schönsten Momente dieser Nacht wieder professionell digital festgehalten, genießen Sie deshalb hier noch einige Eindrücke.
03. Februar, 2007