
Fehlerhafte Korken können erheblich die Qualität von Whisky beeinträchtigen. Grund dafür sind chemische und/oder mikrobiologische Veränderungen, die bei sensorisch halbwegs sensiblen Menschen sofort zu freiwilligem Genussverzicht führen. Mannigfaltig sind die Ursachen, die bereits beim Wachstum der Korkeiche beginnen und erst mit dem Öffnen der Flasche enden. Dazwischen bieten Vorgänge wie Lagerung, waschen und kochen des Korks, die Behandlung mit Bleichmitteln, die Beimengung von Leim und anderer chemischer Substanzen, die Verarbeitungsart und vor allem die Hygiene jede Menge Spielraum für Qualitätsverlust. Die Palette der Auswirkungen ist fast endlos, da kaum wahrnehmbare einzelne Störungen in ihrer Kombination jeden erdenklichen Fehlgeruch und/oder Fehlgeschmack produzieren können.
Whisky Freunden und Sammlern kann jedoch gesagt werden, dass zumindest die Korkhersteller nach 30 Jahren der Stagnation massiv auf die Probleme reagiert haben.
Jede Art von Verunreinigung bei der Ernte, der Behandlung und dem Transport wird heute tunlichst vermieden, um die Bildung von 2,4,6-Trichlorphenol zu vermeiden. Trichlorphenol kann durch - im Kork überlebende oder frisch aufgenommene - Mikroorganismen in das gefürchtete 2,4,6-Trichloranisol (TCA) umgewandelt werden. Schon die Menge von wenigen Milliardstel Gramm TCA kann deutlich wahrgenommen werden.

Eine weitere Möglichkeit der Kontaminierung ist 2,4,6-Tribromphenol, das vor allem bei Verpackungen (Paletten und Kartonagen) als feuerhemmende und fungizide Substanz aufgetragen wird, durch die feine Wabenstruktur des Korks aufgenommen und wie auch Trichlorphenol später in TCA umgewandelt werden kann.
Grundsätzlich ist TCA nur eine von vielen Möglichkeiten für Fehler im Whisky. Es darf davon ausgegangen werden, dass sowohl die eindeutige Feststellung eines Korkgeschmackes als auch das Erkennen von Fehlern mit anderer Ursache durch den Laien eher die Ausnahme als die Regel darstellt. Oftmals wirken sich Unregelmäßigkeiten nur auf diverse Bewertungen eines Whisky aus, die eigentliche Ungenießbarkeit der schadhaften Abfüllung wird jedoch nicht erkannt. Im nächsten Teil werden weitere Details – aufbauend auf diesen Report – erklärt werden.
9. Mai, 2006