
Diese elliptische Frage wurde auf der Webseite des Scotch Whisky Heritage Centre gestellt und sogleich beantwortet. Das Centre an der Royal Mile in Edinburgh ist bekannt für seine Hochschaubahnfahrt an Informationen über Whisky und meint, wie in der Tat auch viele Forscher, dass maßvolles Trinken gut für die Gesundheit ist. Geht man nach den Ergebnissen einer Anzahl internationaler Studien, bekämpft der Konsum von Single Malt Stress, sorgt für ruhigen Schlaf und ist ein Schutz gegen Herzkrankheiten. Nichts Neues im Westen. Aber ist da nicht noch mehr?

Natürlich wird ein Single Malt Liebhaber Tonnen solcher Pressemeldungen und Artikel zu Hause auf Halde haben, um diese vorweisen zu können bei einer Konfrontation mit unerfüllten oder asketischen Menschen, den Anflug, dass trinken des Teufels sei und alle tötet, die mit ihm umgehen. Die meisten Menschen, die gewissen nicht immer allgemein akzeptierte Freuden frönen, haben sich dieser Pratik des Beweismittelsammelns verschrieben, um rechtfertigen zu können, was meist als nicht zu rechtfertigen gilt. Rotweintrinker haben wissenschaftliche Studien, die beweisen, wie gesund der Drink ihres Vertrauens ist. Ebenso Menschen, die Cognac lieben oder Champagner oder Zigarren. Ihre Gegner im Kampf darum, wer recht hat, sind mit Studien bewaffnet, die die nicht zu leugnende Anzahl an Todesopfern aufzeigen, die Alkoholmissbrauch verursacht, mit Forschungspapieren, die zeigen, wie Lungenkrebs durch Rauchen entsteht oder in extremen Fällen sogar mit einer Ausgabe von “A Counterblaste to Tobacco” von König James I.
Doch wen kümmert das alles? Warum sollte man wissenschaftliche Beweise dafür suchen, dass das was man gerne tut praktischerweise auch noch gut für die Gesundheit ist? Ist der Genuss nicht Grund, nicht Rechtfertigung genug? Sicher, wir reden hier nicht von Exzessen oder Sauftouren. Warum muss Single Malt gesund sein, warum kann er nicht einfach gut sein und Ende der Debatte?
Nun, wir dachten wir geben Ihnen am besten noch eine Rechtfertigung, nur für den Fall, so dass Sie sich jetzt gleich ein Dram eingießen können. Während der EuroMedLab, ein Kongress im Jahr 2005 über klinische Chemie und Labormedizin, ließ ein Delegierter mit dem Statement aufhorchen, dass nicht nur Rotwein Antioxidante enthalte, die Krebszellen töten, sondern auch Single Malt Whisky. Die Vorteile für die Gesundheit von Malttrinker wäre sogar noch größer, da der Whisky mehr Ellagsäure enthalte als Rotwein, die in effektiver Weise den Körper von freien Radikalen, die während dem Essen entstehen, reinigen würde. Der Delegierte fügte hinzu, "Das heißt, ob Sie einfach nur hie und da einen kippen oder ein ernsthafter Connaisseur sind, Whisky kann sie vor Krebs schützen und die Wissenschaft beweist es." Besonders schön hier die Verwendung des Wortes Connaisseur.
Okay, okay, das ist nicht alles. Der Delegierte war Dr. Jim Swan, ein unabhängiger Berater der weltweiten Getränkeindustrie. Und ja, der Kongress fand in Glasgow statt. Verdecken Sie einfach diesen letzten Absatz mit der Hand. Die Wahrheit liegt immer im Auge des Betrachters und wenn Sie es nicht betrachten, kann es auch nicht wahr sein.
27. Juni, 2006