
Wie sind Logen aufgebaut? Unterscheiden muss man hier in jedem Fall zwischen brüderlichen und/oder religiösen Logen und organisierten Logen wie z.B. den Freimaurern. Letztere sind in der Regel in drei Gruppen unterteilt – den Lehrlingen, den Gesellen und den Meistern. Erstere wiederum suchen das Prinzip „GLEICH UNTER GLEICHEN“ und somit die Teilung aller Rechte und Pflichten. Zweifelsohne strebt die erste Wiener Whisky Loge den Status der brüderlichen Loge an. In diesem Bericht werden wir Ansätze erläutern, die zur schnellen und friktionsfreien Umsetzung eines Vorhabens wie diesem beitragen können.

Auch in einem Bund mit absoluter Gleichberechtigung zwischen den Logenbrüdern und Logenschwestern sind Aufgaben zu erledigen. Wie zahlreiche Fälle gezeigt haben ist die Bewältigung dieser Aufgaben durch einige wenige Personen oft der Anfang vom Ende. Einerseits heben sich eitle Menschen durch ihre Taten und Funktionen oft selbst – völlig zu unrecht - auf ein anderes Niveau, zum anderen birgt die Durchführung aller Erledigungen durch eine kleine Gruppe die Gefahr der Einseitigkeit. Somit kann, ja muss in einer Loge mit dem Prinzip der Gleichheit eine Rotation der Aufgaben erfolgen. Das Motto: lerne jeden Tag und dann lehre, was du gelernt hast.

Natürlich sind die Anfänge einer Logengründung mit Aufgaben verbunden, die den Bestand erhalten und die Glaubwürdigkeit festigen sollen. Unausweichlich ist daher ein Logenrat, der zu Beginn – nach Fähigkeiten und Kenntnissen von allen Logenbrüdern und Logenschwestern ausgewählt – die Struktur für weiteres Vorgehen schaffen muss. Dieser Logenrat wird allerdings nach Beendigung der Gründungsarbeit, spätestens jedoch nach einer festgesetzten Frist, wieder aufgelöst. Danach gilt „Gleich unter Gleichen“, und zwar im Rotationsprinzip. JEDER Logenbruder und JEDE Logenschwester verpflichtet sich, alle Aufgaben der Loge mit einer kleinen, für einen Monat „dienst habenden“ Gruppe, zu erfüllen. Dadurch findet automatisch ein kreativer Austausch in sonst eintönigen Bereichen statt und durch die Fluktuation bei sämtlichen Funktionen weht ständig der erfrischende Wind der Weiterentwicklung.

Ein weiteres Phänomen wird durch diese Vorgansweise im Keim erstickt: die Besserwisserei. Die einfachste Form der Verteidigung ist der Angriff. Folglich ist das einfachste Mittel, um von der eigenen Unvollkommenheit und den eigenen Fehlern abzulenken, die Kritik an Menschen, die Verantwortung übernommen haben. Hier gilt: in der Loge kommt unausweichlich jener Monat, wo der störrische Kritiker selber zeigen muss, wozu er fähig ist. Dann steht er im Rampenlicht und kann all das selber gestalten, was er vorher kritisiert hat. Um es besser zu machen. Dies gewährleistet, dass Personen, deren einzige Fähigkeit darin besteht, aufgrund irgendeiner Funktion andere herumkommandieren zu können, plötzlich ihre Karten offen legen müssen. Ihr Versagen in der Gesellschaft wird nachweisbar, ihre bisherige Einstellung offensichtlich und damit für die Zukunft untragbar.

Abschließend sei gesagt, dass durch diese Art einer aufgelockerten und vielfältigen Loge das Vergnügen und der Spaß für alle Mitglieder gewährleistet bleiben. Wir dürfen nicht vergessen, dass einer Freizeitgemeinschaft in der heutigen Zeit immer eines zugrunde liegen sollte, nämlich Entspannung und Erholung vom Alltag. Nur indem wir das Miteinander praktizieren, findet Austausch und dadurch Weiterentwicklung in vielen Bereichen statt. Nur indem wir unser Bestes geben, können wir das Beste empfangen.
27. Mai, 2006