
Mal eben 6 Monate weg von der Heimat – für die einen ist dies Beruf, für die anderen Berufung. Unser guter Freund, Whiskykenner, Genießer und vor allem Berufssoldat Alexander Moshammer zählt zweifelsohne zu den Berufenen.
Als Offizier im Range des Majors ist Alex derzeit im Kosovo stationiert und stellt Verbindungen und Kontakte für die von der KFOR beauftragten Generäle her. Hier wiederum werden in Arbeitsgruppen mit der kosovarischen Regierung die Grundlagen geschaffen, um die Regierung dieses gebeutelten Landes bei der Gesetzgebung und der Schaffung demokratischer Abläufe zu unterstützen. Sowohl die Kontakte der ‚United Nations Mission in Kosovo’ als auch die Tätigkeiten des ICO (International Civilian Office) bauen auf die Erfahrungen und Kontakte dieser Liaison Officers auf.

Ich hatte die Gelegenheit, mit Alex einen Tag vor seinem Abflug ein klassisches Wiener Mittagsmenü mit Fiaker-Gulasch und Weizenbier einzunehmen und über die bevorstehende Aufgabe zu plaudern. Alex war guter Dinge und freute sich auf seinen Einsatz, obwohl er wusste, dass nicht immer alles ungefährlich werden würde. Natürlich gab und gibt es immer wieder Tote und Verletzte bei den Einsätzen, das Risiko sei aber kalkulierbar und die Ausbildung der höherrangigen Offiziere wie auch der restlichen Truppen sei vorbildlich, versicherte er mir. Auch sollte dies sein fünfter Auslandseinsatz werden, was jedoch niemals einen Grund darstellen dürfe, leichtsinnig zu werden, wie er meinte.

Wichtig sei ihm der sportliche Ausgleich zwischen den Einsätzen. So gibt es im KFOR Headquarter in Priština alle Möglichkeiten, um sich körperlich fit zu halten. Die Laufbahn nutze er 3-5 Mal pro Woche, die Kraftkammer 3 Mal und Badminton und Tischtennis trainiere er 1-2 Mal pro Woche, wie er mir nun per Mail aus Priština mitteilte.
Nach dem Mittagessen bei meinem Wirten ums Eck genossen wir dann noch eine gepflegte Zigarre mit einem wirklich guten Single Malt (Glen Grant 1969-2000, 57.1%, Cask N° 1042, James MacArthur – Cask Strength Collection).
„Mit Glück gibt es hin und wieder ein Schlückchen guten Single Malt“, schmunzelte er, während er eine tiefe Geruchsprobe des vorzüglichen Glen Grants nahm.

Nun denn, lieber Freund, wir wünschen Dir alles Gute für die noch verbleibende Zeit im Kosovo und sehen Dich irgendwann bei Einbruch des Winters wieder, selbstverständlich bei einer gemütlichen Runde mit wunderbarem Single Malt, der einen oder anderen Zigarre und/oder einer gepflegten Pfeifenfüllung!
14. April, 2008