
Geschichte erleben und dazu ein Bier genießen, was gibt es Schöneres? In einer unscheinbaren Seitengasse im Prager Zentrum lockt dieses Bierhaus mit einer Tradition, die bis ins Jahr 1499 zurückreicht.
Das Haus selbst ist ein nur einstöckiger alter Bau mit renovierter Fassade. Wahrzeichen ist eine große alte Uhr, die schon von weitem aus der Häuserflucht herausleuchtet und den Weg weist.
Bereits im Eingangsbereich - gleich neben dem Eingang zur Stube - wird man Zeuge, wie ein Bier nach dem anderen gezapft wird, um kurz darauf durstige Kehlen hinunter zu rinnen.

Das Bier selbst ist von der Farbe her sehr dunkel und die Überraschung folgt nach dem ersten Schluck: es schmeckt in keiner Weise dunkel, alle sehr herben oder zu süßen Komponenten, die einen an diese Farbe erinnern könnten, fehlen komplett. Süffig, nicht zu stark und mit sehr zarter edelherber Note erfreut es den Gaumen.
Während wir sinnierend genießen, streift unser Blick umher und wir bemerken die alte Holzdecke, die noch mit Zinn und Blei unterteilten und bunt gefärbten Fenster und die schlichte Holzvertäfelung. Wir staunen über den unspektakulären Gesamteindruck, welcher mit einfachen Tischen, Stühlen und Bänken noch unterstützt wird und uns an das alte Sprichwort erinnert: ‚Gutes kann so einfach sein!’

Perfekt ist dieser Nachmittag mit dem traditionellen Prager Schinken und wunderbarem Brot. Aus einer kleinen Seitentüre spaziert dann auch noch ein älterer Herr mit seiner Ziehharmonika heraus und gewährt uns einen musikalischen Einblick in die Stadt an der Moldau.
Wir beschließen, uns nicht zu viele Leckereien zu gönnen, da ja an diesem Abend noch ein wunderbarer Restaurantbesuch mit allerlei Gängen auf uns wartet. Ein Bericht darüber folgt - wie bereits versprochen - in Kürze.
22. März, 2008