HOUSE of PEERS Whisky-Frühstück mit 'The Don Lucone' - Luc Timmermans

Zum zweiten Male wurde das somit schon traditionelle Whisky-Frühstück in Oostende höchstpersönlich von Don Lucone, dem geliebten Godfather der
Lindoristi, abgehalten. Es war mit kehliger und verrauchter Stimme, als er feststellte: „Eine Mann – ehhh, derrr zu de Frrruhstuck keine Whisky trrrinken kann ehh, solla ssslaffen bei de Fisch ehh!“ (Und das ist etwas, was Sie an einem Platz wie Oostende sicherlich nicht hören möchten). Entsprechend kamen Freunde und Delinquenten von weit und fern, um zeitig am Morgen dem Don und seinen Schätzchen Tribut zu zollen. Nur unser hauseigener Don Schwieger-Pepi zog es vor, ein paar Minuten zu verschlafen. Doch das ist eine andere Geschichte. Der ‚beloved’ Lindores Präsident und Godfather eröffnete die Sitzung mit einer kurzen Einführung über den Inhalt der Flaschen und deren Herkunft. Währenddessen wurde auch schon das ‚Full Scottish Breakfast’ von Küchenchef Geert Bero serviert und wir aßen uns die nötige Unterlage an, um nicht beim ersten Destillat - und ohne Verwendung eines Baseballschlägers - vom Hocker zu fallen.
Eindringlich wies uns der Don dann darauf hin, dass die House of Peers Jungs eine Untergruppe der unabhängigen Douglas Laing Mannschaft sind und vorrangig in Asien operieren. Allerdings waren zwei der von Don Lucone und den Lindoristi auserwählten Abfüllungen bereits 1980 in die Flasche gekommen, weitere zwei in der ersten Hälfte der achtziger Jahre und somit sehr alt. Dies ließ natürlich in Sachen Qualität einiges erhoffen. Mit besonderer Spannung wurde auch der 25-jährige Single Malt erwartet, eine mir bis zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannte Seltenheit bei House of Peers Abfüllungen. Alles in allem kann gesagt werden, dass die verkosteten Destillate durch die Bank sehr angenehm zu trinken waren und als absolute Empfehlung vor Lunch oder Dinner anzusehen sind. Oder zum aufwärmen, falls man wegen der Geschäfte in den Docks nach dem Rechten sehen musste. Anschließend finden Sie wieder die Verkostungsnotizen in bekannter Form und einige Fotos von diesem wunderbaren und sehr gelungenen Tasting.
HOUSE of PEERS 12 years old
75° PROOF, 75cl., abgefüllt Anfang der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts
Farbe: hell - mittel
Nase: leichtes und angenehmes ‚Old Bottle Flavour’, Liebstöckl, Anis, Rindsuppe, Suppengrün, dann angenehme Fruchtnoten mit schöner Süße, etwas Ginger Ale, sehr wärmend
Geschmack: sehr süß, dahinter leichte Schärfe (schwarzer Pfeffer, Ingwer), getrocknete Tomaten, etwas verstaubt und modrig, leicht pelzig auf der Zunge, Trockenobst
Abgang: mittel, verbleibt angenehm
HOUSE of PEERS 20 years old
GRADI 40, 75cl., abgefüllt Anfang der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts
Farbe: hell - mittel
Nase: zu Beginn etwas verhalten, dann ebenfalls ‚Old Bottle Flavour’ jedoch schnell fruchtig, Orangen, Apfel, leicht nach Zitrone, später etwas Nebel und Trockeneis
Geschmack: Pfeifentabak, kandierte Früchte, leichte Bitternote, Edelholz, Umami, Eiweiß, später etwas schal
Abgang: kurz - mittel, leicht wärmend, jedoch etwas schal
HOUSE of PEERS 1955
25 years old, GRADI 40, 75cl., abgefüllt 1980
Farbe: mittel
Nase: zuerst frische Fruchtnoten, Kräuter, Almdudler-Limonade, dann drehen die Aromen, Kakao, Milchschokolade, zarte Holznote (Sandelholz), später noch eine sehr zarte Apfelnote, Apfelduschgel
Geschmack: schwere Süße, süßer Sherry, Anklänge von rotem Portwein, Amaretto-Kekse, gezuckerte Grapefruithälfte, Erdbeerlikör, Eierlikör, Topfentorte (Käsetorte)
Abgang: mittel - lang, warm
HOUSE of PEERS 1955 Single Malt
25 years old, GRADI 40, 75cl., abgefüllt 1980
Farbe: mittel - dunkel
Nase: druckvoll, zu Beginn leichte Säure, dann dunkle Schokolade, Kakao, Espresso, Anklänge von feuchtem Holz, Kräuter, Rindsuppe, Anis, später noch mehr Kakao, Biscuit, warmer Kuchenteig, noch später auch Noten von einer Frühlingswiese, Lakritze
Geschmack: Portwein, Rotweinlikör, Schokolade, Lakritze, Kaffee, Pfeifentabak, Mon Chéri, schöne balancierte Süße, dann verbleiben edelherbe Schokoladenoten
Abgang: mittel, schön wärmend
09. November, 2007